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Anekdoten und Döntjes


Das in der Norderneyer Kirche in alten Zeiten kein Gottesdienst ohne die Bitte: "Gotte segne unseren Strand" abgehalten wurde ist schon oben erwähnt worden. Nun geschah es aber während eines Weihnachtsgottesdienstes, als die Kirchentür aufgestoßen wurde und die Predigt durch den Ruf: "Schipp up Strand" unterbrochen wurde. Die Gemeinde brach den Gottesdienst ab und zog vom Pastor im Talar angeführt zum Strand, um die unverhofften "Weihnachtsgeschenke" zu bergen.

Nicht immer war die Nachfrage nach Zimmern so groß wie in den letzten Jahrzehnten. Es gab Zeiten, da überstieg das Angebot bei weitem die Nachfrage. Ankommende Gäste waren dann wählerisch und gingen von Quartier zu Quartier um das ihnen am besten geeignet erscheinende herauszusuchen. Das soll Greetje, einer älteren Insulanerin, bei der wieder einmal Gäste nach einem Zimmer gefragt hatten, dann aber weiter gezogen waren, zu dem Stoßseufzer hingerissen haben: "Man hat die Gäste nicht eher, bis man sie im Bett hat!"
Das Arbeitsamt hatte Meister Blitz neue arbeitslose Arbeiter geschickt. Alle konnte er aber nicht gebrauchen. Es galt also zu selektieren. „Ik häb dat nee mit de vööle Proten,“ meinte er zu einem, „wenn ik so maak“ und dann schnickte er mit dem Finger „dann heet dat, Du sallst kamen!“
„Dat drifft sick good“, sagte einer der Neuen, „ik heb dat ook nee mit de völe Snackeree, wenn ik koppschütt“ und dabei schüttelte er den Kopf „dann heet dat, ik kam nich!“ Der Mann wurde eingestellt.

Von selbigem Meister Blitz erzählt man sich, daß er auf die Baustelle kam, und den Polier fragte wie er denn den Mörtel mischte, Der Polier antwortete: " As se dat wull'n, Baas, een to een, een Dün' Sand un' een Sack Zement!"

Inselärzte waren nicht selten Originale. Von Dr. Lampe wird berichtet, daß er, wenn er zu einem Hausbesuch gerufen wurde stets fragte: "Ist es etwas Ernstes? Dann nehme ich das Fahrrad! Ansonsten komme ich mit dem Auto. "

Im vorigen Jahrhundert wurde der Inselarzt zu einer der „Honoratioren“ der Insel geholt. Die Gnädigste klagte über Kopfschmerzen und ließ nun ihren Gefühlen in Worten und Gesten vollen Lauf, so daß der Arzt überhaupt nicht zu Wort kam. Als erfahrener Praktiker hatte er die Ursache der Kopfschmerzen sofort erkannt: die Dame hatte zuviel Grog genossen, dessen reichlicher Genuß wegen des hohen Zuckergehalts leicht zu Kopfschmerzen führt. Als sie nun einmal Luft schöpfen mußte, sagte er schnell zu ihr: "Stecken Sie bitte die Zunge heraus!" Dann setzte er sich in Ruhe hin und stellte ein Rezept aus. "Aber Sie haben ja gar nicht auf die Zunge geschaut!" "Das brauch` ich auch nicht; ich wollte nur Ihren Redefluß stoppen!"

Bei einem Arztbesuch erzählt ein Fischer, das sein Sohn gern Arzt werden will, er aber noch nicht wisse, ob er besser Zahnarzt oder Augenarzt werden solle. "Dann laat hum man Kusendoktor worrn!" "Un warum?" "Oogen hett de Minsch bloot twee, aber Kusen tweeunddartig!"

Hinnerk sitt in Gaststä in sien nee Anzug. Dor kummt sin Chef darto. Höflich steiht Hinnerk up und "verbeugt" sück. "Man Hinnerk, seggt de Mann, wat hest Du vörn mojen Anzug!" "Ja?" "Hest Du de van de Stang köfft oder van Schnieder makken laten?" "Van Schnieder". "De Anschrift mußt Du mi mal gäben!" "Aber bloot, wenn Du hum miin Anschrift nee gifst!"


 

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