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Eine Wattwanderung mit Hindernissen


Thomas macht schon zum zweiten mal auf Norderney Ferien, er wohnt im gleichen Hotel wie im letzten Jahr.
Die Luftmatratze ist zuhause geblieben, damit er nicht wieder in Versuchung gerät.
Die Eltern wollen in diesem Jahr eine Wattwanderung machen, Thomas soll natürlich auch mitkommen, dazu haben sie sich einen Tidenkalender besorgt, da man im Watt nur bei Niedrigwasser wandern kann, man will auf eigene Faust los, da die Wattführer ja doch nicht alles zeigen.
Um 14.43 Uhr ist Niedrigwasser, also passend, daß man um 10.00 Uhr losgehen kann.
10.00 Uhr, am Grohdepolderdeich geht die Familie ins Watt, nach 1½ Stunden kommt Seenebel auf (die Norderneyer sprechen von der "wilden Katt", da dieser Nebel so schnell kommt, wie eine Katze springt) binnen weniger Minuten haben sich Thomas und seine Eltern verlaufen!
In der einen Richtung versperrt ein Priel (eine Art Bach im Wattenmeer) den Weg, in der anderen Richtung findet man die Pricken (kleine Birkenstämmchen) die das Fahrwasser nach Baltrum markieren, so daß selbst der Vater nicht mehr ein noch aus weiß.
Mit einem Mal hören sie Stimmen! Nach Gehör gehen sie auf die Stimmen zu, wie glücklich waren sie als sie nach etwa 100 Meter auf Herrn Hohnroth, ein Wattführer mit einer 20-köpfigen Gruppe der auch vom Nebel überrascht worden ist, trafen.
Ein Wattführer muß aber eine Ausrüstung mitnehmen, damit er auch im Nebel wieder Norderney findet, ein 30 Meter langes Seil, einen Kompass, ein Funkgerät, Notsignale und einen Verbandkasten. An diesem Seil hielten sich die 20 Wattwanderer fest, damit keiner verloren geht.
Herr Hohnroth funkte mit seinem Funkgerät nach Hause, daß er die Familie in seine Gruppe aufgenommen hat, damit nicht eine große Suchaktion mit Hubschrauber, Seenotkreuzer und anderen ausgelöst wird. Thomas und seine Eltern mußten sich dann an dem Seil festhalten und wurden von Herrn Hohnroth mit dem Kompass aus dem Watt geführt.
Hätte sie Herrn Hohnroth nicht gefunden, so hätte dies zu einer sehr gefährlichen Situation geführt, wenn die Flut gekommen wäre. Die Nordsee wird nicht umsonst von den Einheimischen "Mordsee" genannt.

 

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